Schuljahr 2010/2011 an den beruflichen Gymnasien in Stuttgart:

Veröffentlicht am 20.04.2010 in Pressemitteilungen

1.200 Bewerbungen stehen 700 Plätze an den öffentlichen Schulen gegenüber - Schülerzahlen an den privaten Schulen haben drastisch zugenommen

SPD-Fraktionsgeschäftsführer Martin Körner: Die Landesregierung nimmt in Kauf, dass Bildungschancen immer mehr eine Frage des Geldbeutels der Eltern werden

Aus einer aktuellen Stellungnahme der Landesregierung auf eine SPD-Anfrage geht hervor, dass sich in Stuttgart für das kommende Schuljahr 1.200 Schülerinnen und Schüler für einen von rd. 700 Plätzen an einem beruflichen Gymnasium beworben haben (Landtags-Drucksache 14/6097). Während die kostenfreien, öffentlichen Gymnasien einmal mehr etlichen Bewerbern eine Absage erteilen werden, ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler an den privaten berufli-chen Gymnasien in den letzten fünf Jahren von 52 auf 420 angestiegen. Die SPD im Landtag bringt deshalb in dieser Woche einen Gesetzentwurf ein, mit dem die Realschülerinnen und Realschüler, die die Zugangsvoraussetzungen erfüllen, einen Rechtsanspruch auf einen kos-tenfreien Platz an einem öffentlichen beruflichen Gymnasium erhalten sollen.

Martin Körner, Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion und Mitglied des SPD-Kreisvorstands, kritisiert in diesem Zusammenhang die Politik der schwarz-gelben Landesregie-rung: „Realschülerinnen und Realschüler mit einer Abschlussnote von 3,0 oder besser brauchen einen Rechtsanspruch für einen Platz an einem beruflichen Gymnasium. Ohne einen Rechtsanspruch werden immer mehr Schülerinnen und Schüler in kostenpflichtige private Schulen abgedrängt.“ so Körner. „Die schwarz-gelbe Landesregierung nimmt in Stuttgart billigend in Kauf, dass Bildungs- und damit auch Berufschancen immer mehr vom Geldbeutel der Eltern abhängen.“ Die SPD setze sich daher, für einen Ausbau der öffentlichen beruflichen Gymnasien in der Landeshauptstadt ein.

Da in den vergangenen Jahren nicht alle Bewerber und Bewerberinnen einen Schulplatz an der für sie in Frage kommenden Einrichtung, trotz geforderter Eingangsvoraussetzung, erhielten, wollte die SPD im Landtag mit einer Anfrage an die Landesregierung wissen, wie sich die Situation für das kommende Schuljahr darstellt und wie viele Schülerinnen und Schüler sich bis zum Anmeldeschluss am 01. März 2010 an den öffentlichen Gymnasien in Stuttgart gemeldet haben und woher die Bewerber kamen.

Aus der Stellungnahme des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport auf die SPD-Anfrage gehen die Bewerberzahlen für alle öffentlichen beruflichen Gymnasien in Stuttgart hervor. Danach stieg die Zahl der Bewerber in den vergangenen vier Jahren von etwas über 800 (823 im Frühjahr 2006) auf rd. 1.200 (1.199 im Frühjahr 2010), also um fast 50%! Die Zahl der Schüle-rinnen und Schüler in der Eingangsklasse 11 der öffentlichen beruflichen Gymnasien legte im gleichen Zeitraum jedoch nur von rd. 600 auf rd. 700 zu. Martin Körner fordert daher einen Rechtsanspruch für einen Platz an einem beruflichen Gymnasium und einen entsprechenden Ausbau der Plätze an den öffentlichen Schulen.

 

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