Wir trauern um Edzard Reuter

Veröffentlicht am 16.11.2024 in Nachruf

Stuttgart, 12. November 2024. Die SPD Stuttgart trauert um Edzard Reuter. Am 27. Oktober starb der bekennende Sozialdemokrat, politische Publizist und ehemalige Vorstandsvorsitzende der Daimler-Benz-AG in Stuttgart im Alter von 96 Jahren. Er war der Sohn des früheren Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Ernst Reuter (SPD).

Edzard Reuter verbrachte seine Kindheit im Exil in der Türkei. Im Nachkriegsdeutschland nahm er ein Studium in Mathematik und Physik sowie später in Jura auf. Schon früh wurde er von seinem sozialdemokratischen Elternhaus geprägt und trug immer ein klares Bekenntnis zur SPD in sich. Seine Mutter arbeitete bei der Sozialdemokratischen Parteizeitung "Vorwärts". Sein Vater war als Regierender Bürgermeister von Berlin einer der berühmtesten Politiker seiner Zeit. Nach Stationen bei den Film- und Medienfirmen Ufa und Bertelsmann stieg Reuter beim Autobauer Daimler-Benz ein.

 Ende der 80er Jahre bekam er den Chefposten. Reuter trieb in dieser Rolle seine Vision eines „integrierten Technologiekonzerns“ voran, hatte dabei aber auch immer die Notwendigkeit einer gemeinwohlorientierten Wirtschaft vor Augen. Seine Ziele verfolgte Reuter stets passioniert und kreativ, konnte seine Mitmenschen für seine Ideen begeistern.

„Heißt Verantwortung nur, das Geld mehren, und vor allem auch für die eigene Tasche? Oder gibt es eine Verantwortung für das allgemeine Wohl?“ Edzard Reuter.

Reuter hat sich unermüdlich um die Sozialdemokratie verdient gemacht. Vor allem wegen seines Engagements für den Ausbau des Potsdamer Platzes wurde Reuter 1998 zum Ehrenbürger von Berlin ernannt.

„Edzard Reuter hat mit seiner Auffassung von Wirtschaft Wachstum immer so verstanden, dass die Bürgerinnen und Bürger davon profitieren müssen. Diese Haltung ist uns bis heute Vorbild und relevanter denn je.“ Felix Goldberg.

Noch im Februar dieses Jahres war er ein gern gesehener Gast und beliebter Gesprächspartner auf dem Neujahrsempfang der SPD Stuttgart. Über 70 Jahre war er Parteimitglied und fasste viele seiner scharfsinnigen Gedanken in Publikationen zusammen. Er glaubte fest daran, dass es sich lohnt, sich für den Zusammenhalt der Gesellschaft einzusetzen. Diese Überzeugungen leben in der Helga und Edzard Reuter-Stiftung fort. Edzard Reuter hat sich um das friedliche Miteinander in Deutschland sehr verdient gemacht.

„Edzard Reuter hat gezeigt, warum unternehmerisches Handeln und gesellschaftliche Verantwortung nur gemeinsam funktionieren. So hat der einstige Vorstandsvorsitzende der Daimler-Benz AG zusammen mit seiner Frau Helga bereits 1995 die Helga und Edzard Reuter-Stiftung gegründet, die sich für das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher ethnischer, religiöser oder kultureller Herkunft einsetzt. Spaltendes überwinden, das ist für einen Sozialdemokraten ein zentrales Ziel. Edzard Reuter stand ein für das Miteinander in Deutschland. Davon profitiert die Wirtschaft, davon profitieren alle gesellschaftliche Gruppen. Das ist sein Auftrag an uns.“ Katrin Steinhülb-Joos.

Edzard Reuter war ein großer Wirtschaftslenker und wegweisendes Vorbild für viele. Er hat den Automobilstandort Baden-Württemberg entscheidend geprägt. Wir werden Edzard Reuter ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.


 

 

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