Antrag der SPD-Regionalfraktion Stuttgart
zur Behandlung in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung am 23.03.2005
Die Region auch an ihren Rändern stärken
Maßnahmenplan für ein Strukturkonzept für die Randzonen der Region Stuttgart
Die WRS wird beauftragt,
· einen integrierten Maßnahmenplan für die strukturschwächeren Randzonen der Region Stuttgart zu erarbeiten,
· diesen Maßnahmenplan dem WIV zur Beratung vorzulegen
· und ihn danach, gemeinsam mit weiteren regionalen und lokalen Institutionen, umzusetzen.
Dieses Konzept soll die Teilräume 'Murrtal', 'Schwäbischer Wald' und 'Helfensteiner Land' abdecken. Ziel ist es, diese Räume mit geeigneten Maßnahmen der Hilfe zur Selbsthilfe an das Entwicklungsniveau der gesamten Region heranzuführen und dafür auf die Herausbildung spezifischer Stärken dieser Teilräume zu setzen.
Der Maßnahmenplan soll über eine dreijährige Periode angelegt sein und ein laufendes 'Monitoring' beinhalten.
Begründung:
Der Osten und der Nordosten der Region hinken hinter der wirtschaftlichen Entwicklung der Region Stuttgart her.
Die Arbeitsamtsunterbezirke Backnang und Geislingen der Bundesagentur für Arbeit haben die höchsten Arbeitslosenquoten in der Region Stuttgart.
Allein im Bereich des oberen Murrtals sind in den letzten Jahren fünf Jahren 1000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Die Kaufkraftkennziffer liegt dort 16 % unter dem Durchschnitt des Kreises, die Arbeitslosenquote um 12 % über dem Kreisdurchschnitt. Der Raum Backnang-Murrhardt-Welzheim setzt sich ohne durchgreifenden Erfolg für eine Wiederbelebung der zahlreichen Industriebrachen ein. Das interkommunale Gewerbegebiet „Lerchenäcker" ist bisher ein Fehlschlag. Die Fördermittel des Landes und der EU fließen in den strukturschwachen Nachbarkreis Schwäbisch Hall, aber nicht in die unmittelbar angrenzende „Ostzone" der Region. Dies fördert die Abwanderung von Industrieunternehmen. Im Mittelbereich Geislingen ist der traditionelle Industriestandort durch Arbeitsplatzabbau und Schließungen schwer getroffen. Die Verkehrsanbindung ist schlecht. Das interkommunale Gewerbegebiet auf der Alb ist zunächst eine alleinstehende Hoffnung und benötigt Einbindung in weitere Maßnahmen. Die Konkurrenz von günstigeren Standorten im Alb-Donau-Kreis bedrängt zusätzlich. Die Erkenntnis, dass die Regionalumlage irgendeinen Nutzen für diese Randzone der Region hat, ist bei den Menschen vor Ort nicht weit verbreitet. Ein Regionalbewusstsein ist kaum vorhanden.
Der Maßnahmenkatalog sollte Vorschläge machen, wie man in den Randzonen die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft stärken, wie man den Wissenstransfer dorthin fördern, wie man die Mobilität und Erreichbarkeit verbessern und wie man die stufige Einbeziehung der Nachbarkreise im Sinne einer Metropolregion auf den Weg bringen kann.

