Schwerpunkt: Wirtschaftsstandort und Arbeitsplätze
Zu ihrer Sitzung hatte der Vorstand der SPD in der Region Stuttgart dieser Tage führende Vertreter der IG Metall in der Region eingeladen. Als Ergebnis kam dabei nicht nur der übliche Gedankenaustausch heraus. „Beide Organisationen verabredeten für die kommende Zeit gemeinsam konkrete Projekte anzustoßen", freute sich Peter Hofelich, Vorsitzender der Regional-SPD.
Als wichtigstes Anliegen wollen SPD und IG Metall den Erhalt des „Industriestandortes" Region Stuttgart verstärkt zum Schwerpunktthema regionaler Wirtschaftspolitik machen. „Bei aller Freude über das Wachstum des Dienstleistungssektors dürfen wir nicht vergessen, woher wir kommen", mahnt Helmut Hartmann, Bevollmächtigter der IG Metall Esslingen und SPD-Regionalrat. „Ihren Wohlstand verdankt die Region vor allem der industriellen Produktion und diese wird auch noch lange Zeit unser wichtigstes Standbein für Arbeitsplätze bleiben", meinte Hartmann.
SPD-Chef Peter Hofelich will die geografischen Randgebiete der Region durch gezielte und konkrete Aktionen der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS) stärken. Dabei hat der Aufsichtsratsvorsitzende der WRS insbesondere die Mittelbereiche Geislingen und Backnang im Visier. „Die oft vergessenen Probleme an der Peripherie dürfen nicht zu kurz kommen, wenn es um die Unterstützung durch die Region geht", bekräftigte der Göppinger Bernd Rattay, der für die IG Metall im Aufsichtsrat der WRS sitzt.
Als größte Herausforderung auf dem Arbeitsmarkt der Region Stuttgart betrachten Sozialdemokraten und Gewerkschafter den hohen Anteil von An- und Ungelernten. Sie wollen sich deshalb dafür einsetzen, dass die Qualifizierungsmaßnahmen in diesem Bereich nicht finanziell ausgetrocknet werden.
Sorge bereitet beiden Organisationen auch die aktuelle Debatte um die Luftverschmutzung durch Staubpartikel. Dabei gehe es nicht nur um die Umweltverschmutzung und die damit verbundenen Belastungen der Menschen sondern auch um die künftige Entwicklung der Wirtschaft in der Region. „Wenn das Regierungspräsidium jetzt schon ernsthaft Fahrverbote für die Innenstädte erwägt, sieht es für die Ansiedlung neuer Industriebetriebe schlecht aus", warnte Udo Lutz, Bosch-Betriebsrat und Landesvorsitzender der Arbeiutsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA). Einem Ansiedlungsstopp müsse vor allem durch die Entlastung der Umwelt durch eine verbesserte öffentliche Nahverkehrsinfrastruktur entgegen gewirkt werden.