Hofelich: „Mit Bildung und Innovation jetzt die Weichen für künftigen Erfolg stellen"
OSTFILDERN - Die SPD in der Region Stuttgart hat auf ihrem Regionalparteitag in Ostfildern (Kreis Esslingen) ihr Führungstrio mit großer Mehrheit im Amt bestätigt. Mit dem einstimmig beschlossenen Antrag „Arbeit und Innovation in der Region Stuttgart" will die SPD Impulse für einen neuen Aufbruch der Region geben.„Die Region Stuttgart hat ungebrochen eine starke Wettbewerbsposition auf dem Weltmarkt inne. Aber der Vorsprung beginnt zu schmelzen", legte Joachim Werner vom Statistischen Landesamt den Parteitagsdelegierten dar. Deshalb appellierte der wiedergewählte SPD-Vorsitzende Peter Hofelich an alle wichtigen Akteure der Region, eine neue Aufbruchstimmung zu entfachen, die an die Gründungszeit des Verbands Region Stuttgart (VRS) anknüpft. Insbesondere die Bindekraft zwischen regionaler Politik und Wirtschaft müsse wieder gestärkt werden. Dazu gehöre auch eine höhere Identifikation von Unternehmern mit der Region.
„Die Weichen für den künftigen Erfolg werden heute gestellt und nicht erst, wenn der Zug schon an uns vorbei rollt", so Hofelich. „Nach zehn Jahren ist es an der Zeit, dass die Region Stuttgart einen grundsätzlichen Diskurs über ihre Zukunft führt, wo wir in weiteren zehn Jahren stehen wollen und mit welchen Maßnahmen der regionalen Politik wir hierzu beitragen können", meint der SPD-Chef. Den Schlüssel für Arbeit und wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit sieht er in Bildung und Innovation. Deshalb fordert er die weitere Stärkung von Kompetenzzentren auf Zukunftsfeldern wie z.B. Mechatronik oder Humanbiologie, aber auch die Weiterentwicklung bestehender Kernkompetenzen wie dem Fahrzeugbau hin zur Mobilitätsindustrie.
Ganz in diesem Sinne war auch der Impuls des baden-württembergischen Städtetagspräsidenten Ivo Gönner (SPD), der zudem als Oberbürgermeister von Ulm eine Außensicht auf die Region Stuttgart werfen konnte. Sein Credo: „Regionen werden künftig definiert als Bildungsregionen. Wir müssen Bildung schaffen und wir müssen Heimat schaffen", meint Gönner. Nur so könne man attraktiv sein für die Menschen und darauf komme es an. Lediglich attraktive Regionen würden Zuzug verzeichnen können. „In Zukunft wird es nur noch wachsende oder schrumpfende Regionen geben", glaubt der Ulmer OB. Die wachsenden würden im Wettbewerb bestehen können. Die Region muss hier den engen Schulterschluss mit den Kommunen und den Berufs- und Hochschulen suchen.
Ein ganzes Bündel von Ansatzpunkten, wie die Region Stuttgart auf dem Feld Arbeit und Innovation gestärkt werden kann, bietet der Antrag des Regionalvorstandes, der ohne Änderungen verabschiedet wurde. Lediglich das Thema Bildung wollen die Sozialdemokraten wegen seiner zentralen Bedeutung noch einmal gesondert und vertieft behandeln. Konkrete Ansätze bot die illustre Runde, die im Anschluss unter der Moderation von Claus Schmiedel diskutierte. Esslingens OB Dr. Jürgen Zieger will einen Masterplan 2020 anfertigen und so ein Szenario für die künftige Entwicklung seiner Stadt erstellen. Dies könne auch für die Region eine spannende Sache sein, regte der Regionalrat an.
Der Wirtschaftsförderer des VRS, Dr. Walter Rogg, will die Region stärken, indem sie auf weithin sichtbare Projekte setzt. Die Kompetenzzentren müssten zum Beispiel nicht nur vor Ort, sondern in der ganzen Region und in ganz Deutschland bekannt gemacht werden.
Christian Lange, Bundestagsabgeordneter aus Backnang, wies auf die besonderen Erwartungen am Rand der Region hin. „Was bekomme ich für meine Umlage", frage man sich dort kritischer nach dem Nutzen der Region als im Zentrum. Zu den Erwartungen gehöre die Bildungsregion, also viele attraktive Bildungseinrichtungen in erreichbarer Nähe, aber auch der Ausbau der Infrastruktur, nicht zuletzt gute Anschlüsse an die überregionalen Verkehrsverbindungen.
Dass die Region Stuttgart von vielen nur noch als bürokratische Instanz wahrgenommen werde, die mit Bürgermeistern und Gemeinderäten über die Ansiedlung von Supermärkten auf der grünen Wiese streite, schmerzt den Fraktionsvorsitzenden der Regional-SPD Claus Schmiedel. Deshalb will er neben der wirtschaftlichen Zukunftsdebatte Projekte verankern, die die Region auf positive Weise erlebbar machen. Attraktive Grünflächen entlang des Neckars und seiner Nebenflüsse könnten nach seiner Vorstellung ein wichtiges verbindendes Element bilden.
Abschließend stand das Führungstrio der Regional-SPD für weitere zwei Jahre zur Wahl. Ohne Gegenkandidaten wurden Peter Hofelich (Salach, Kreis Göppingen) als Vorsitzender sowie die beiden Stellvertreter Andrea Klöber (Stuttgart) und Christian Lange (Backnang, Rems-Murr-Kreis) mit großer Mehrheit im Amt bestätigt.
Die weiteren Mitglieder des Regionalvorstandes werden von den Kreisverbänden entsandt (die Kreisvorsitzenden kraft Amtes sowie jeweils zwei weitere Vertreter aus den Kreisverbänden Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg, Rems-Murr und Stuttgart). Wahlergebnisse: