SPD will die Brachen an den Bahnhöfen in der Region reaktivieren
Die SPD-Fraktion im Regionalparlament drängt auf die Reaktivierung von bahnhofsnahen Flächen, die von der Bahn nicht mehr genutzt werden. Es gebe kaum attraktivere Flächen als diese bahnhofsnahe und meist zentral gelegenen Standorte, die den Zielen nach guter Erreichbarkeit, Funktionsmischung und nachhaltiger Flächenbewirtschaftung entsprechen, so SPD-Fraktionschef Schmiedel. Mit ihrer Reaktivierung werde sowohl die wirtschaftliche wie auch städtebauliche Entwicklung entscheidend vorangebracht.
Schmiedel sagte heute bei der Vorstellung der von der SPD-Fraktion in Auftrag gegebenen Erhebung zum Thema „Potenziale der Bahnhofstandorte in der Region Stuttgart" in Stuttgart, dass die positiven Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen und im Rhein-Neckar-Raum zeigen, dass für die Mobilisierung dieser Bahnflächen ein enges Zusammenwirken aller betroffenen Akteure notwendig ist. Allerdings scheitere die Reaktivierung der Bahnbrachen in der Mehrzahl der Fälle aber an den komplexen Strukturen der Deutschen Bahn AG und unrealistischen Preisvorstellungen. Weil die die Bahn sich nicht bewege, blockiere sie konkrete Investitionen von mindestens einer Milliarde Euro in der Region Stuttgart.
Gerade in der dicht besiedelten Region Stuttgart gelte es, die bereits vorhandenen Flächenpotenziale zu nutzen, um damit einer weiteren Zersiedelung der Landschaft Einhalt zu gebieten, so der Autor der Erhebung, Raumplaner Manfred Josef Pauli.
Bahnbrachen liegen aufgrund stadtgeschichtlicher Entwicklungen meist im Zentrum der Kernstädte und enthalten erhebliches städtebauliches Potenzial zur Erweiterung oder Ergänzung der Innenstädte. Insbesondere können sie dazu dienen, die Nahversorgung zu ergänzen und die Innenstädte nachhaltig zu beleben, so Manfred Josef Pauli. Pauli weiter: „Als städtebauliches Entrée sind diese Bahnareale die Visitenkarten der Städte für den Bahnreisenden".
Durch das Projekt „Stuttgart 21 regional" können hochwertige Gewerbe- und Wohnbauflächen entlang der Schienenstrecken auf nicht mehr benötigten, ehemaligen Bahnflächen aktiviert werden. Viele Kommunen sind auf diesem Feld bereits tätig geworden. Dabei wird als häufigstes Hindernis bei der Reaktivierung Schwierigkeiten bei den Verhandlungen mit der Deutschen Bahn oder der Firma Aurelis genannt. Die Region Stuttgart könnte die Kommunen bei der Umsetzung tatkräftig unterstützen, indem sie mehrere Projekte bündelt und die Verhandlungen im Auftrag führt.
Heute, am 10. Juni ab 14 Uhr, beschäftigt sich eine Konferenz im Haus der Architekten in Stuttgart mit den Möglichkeiten einer raschen Reaktivierung der Bahnbrachen in der Region. Mit dabei sind unter anderem Regionaldirektor Dr. Bernd Steinacher und der Leiter der DB Services Immobilien GmbH, Michael Monno. Vorgestellt wird auch das erfolgreiche „Bahnhofs-Standorte-Programm Rhein-Neckar" an das die Sozialdemokraten jetzt in der Region Stuttgart anknüpfen wollen.